Haltung & Ernährung Chinchillas

Vollbild anzeigenEigentliche Chinchillas (Chinchilla), meist einfach als Chinchillas oder Wollmäuse bezeichnet, stellen eine Gattung der meerschweinartigen Nagetiere dar, sie sind in den Steppen und Bergregionen Südamerikas beheimatet.

Körperlänge 25 - 35 cm
Gewicht: 400 - 600 Gramm
Alter: 18 - 22 Jahre 

Chinchillas sind Gruppentiere und deshalb für die Einzelhaltung nicht geeignet. Sie sind dämmerungsaktiv und nachtaktiv und eignen sich daher gut für berufstätige Menschen, die beim Beobachten dieser lebhaften Tiere ihre Freude haben. Wenn Sie abends nach Hause kommen, wird das Tier gerade munter. Sie besitzen einen ausgeprägten Willen und sind deshalb nicht so zutraulich wie z. B. ein Zwergkaninchen.


Unterbringung
Einer der wichtigsten Punkte in der Haltung von Chinchillas ist die Frage des Käfigs.
Das Chinchilla braucht einen sehr großen Käfig, wenn es sich wohl fühlen soll. Ein ausreichend großer Chinchillakäfig sollte mindestens die Maße 100 x 100 x 50 cm haben.

Schlafhaus
Zu dieser Inneneinrichtung gehört zuerst einmal das Schlafhaus - ein sehr wichtiger Bereich für das Chinchilla. Das nachtaktive Tier liebt es, tagsüber in einem abgedunkelten, ruhigen Ort zu schlafen. In einem Schlafhaus hat das Chinchilla es schön gemütlich und fühlt sich wohl. Auch damit folgen die Tiere ihrem Instinkt, suchen eine Situation ähnlich wie in den Felshöhlen der Anden.
Holz eignet sich hier am besten, da es unschädlich ist und obendrein dem Abschliff der Zähne dient. Ein neues Häuschen kostet nicht die Welt, und wenn es einmal abgewohnt ist, kann man es austauschen.

Buddelkiste - Badesand
Das Chinchilla badet leidenschaftlich gerne im Sand. Kann es das nicht tun, fehlt ihm etwas in seinem Leben, und es würde nie ganz glücklich werden. Auch dieses Verhalten ist ein übriggebliebener Instinkt des wildlebenden Chinchillas. Bieten sie ihrem Chinchilla also unbedingt dieses Glück. Dazu muss man eine Wanne in den Käfig stellen, die etwas größer sein muss als das Chinchilla, damit es sich bequem wälzen kann. Einfacher Sand aus dem Garten ist ungeeignet, da er mit Bakterien verseucht sein könnte, deshalb sollte man den Chinchillas speziellen Chinchillasand zur Verfügung stellen.

Einstreu
Chinchillas benötigen in ihrem Käfig eine etwa 5 cm dicke Einstreu. Kleintierstreu ist hier am besten geeignet. Sie sind sehr weich und saugfähig. Katzenstreu sollte höchstens unter den Stellen liegen, die Chinchillas als Urin- und Kotplätze benützen, und alle zwei bis drei tage gesäubert werden. Die übrige Einstreu sollte ungefähr einmal pro Woche gewechselt werden.

Futternäpfe und Tränken
Ein standfester Napf im Käfig genügt für das Futter. Ein Keramiktopf ist ideal, Plastik ist ungeeignet. Keramiknäpfe sind auch schwer genug, dass spielende Chinchillas sie kaum umwerfen können, und leicht zu säubern.
Wasserspender, wie sie für Meerschweinchen oder andere Kleintiere angeboten werden, eignen sich vorzüglich als Tränke. Sie werden von außen an den Käfig gehängt, und ein Trinkröhrchen ragt in den Käfig hinein

Sitzbretter und Kletteräste
Chinchillas springen und hüpfen für ihr Leben gern. Deshalb sollte man ihnen dazu auch im Käfig die Möglichkeit geben. Sitzbretter und Kletteräste eignen sich hierfür hervorragend. Werden sie auf unterschiedlichen Höhen angebracht, können die Chinchillas von einem zum anderen springen.


Ernährung
Chinchillas werden leider leicht dick. Futter, das für sie überhaupt nicht geeignet ist, fressen sie häufig nur allzu gern. Deshalb muss man sich und sein Tier etwas disziplinieren, wenn es um die Fütterung geht. Gut ist nicht, was schmeckt, sondern, was von Fachleuten als das beste Futter angesehen wird.

Trockenfutter, Pellets, ist eine der wichtigsten Komponenten der Ernährung. Diese sollten extra für Chichillas hergestellt werden. Andere Pelletssorten, wie sie für sonstige Kleintiere angeboten werden, eignen sich wegen ihres hohen Kohlehydratwertes nicht. Die Chinchillas würden sonst zu dick.

Heu ist ebenfalls eines der Hauptnahrungsmittel auf dem Speiseplan der Chinchillas. Es sollte immer eine ausreichende Menge im Käfig vorhanden sein.

Grünfutter ist für Chinchillas ungeeigent. Hierin unterscheiden sie sich von vielen anderen Kleinsäugern, die sehr gern Grünfutter fressen und es auch gut vertragen. In wirklich kleinen Mengen, d.h. gelegentlich ein Löwenzahn- oder Salatblatt, können sie jedoch keinen Schaden anrichten

Wenn es nach dem Chinchilla ginge, wären Leckerbissen seine Hauptmahlzeit. Nüsse in allen Formen sind eine der Lieblingsspeisen des Chinchillas. Aber Nüsse sind Kalorienbomben und dürfen deshalb nur in kleinen Mengen gefüttert werdenDie Kante eines harten Brotes hingegen ist gut geeignet. Er macht nicht dick, und die Tiere können sich die Zähne daran abschleifen. Auch Zweige aller Laubbäume sind gerngesehene Leckerbissen. Sie unterstützen Chinchilla bei ihrer Zahnpflege und bieten ihnen eine ganze Zeitlang Beschäftigung. Sie müssen aber ungespritzt sein, da es sonst zu Verdauungsstörungen oder sogar zu leichten Vergiftungen kommen kann. Holunderzweige sind übrigens giftig, die dürfen also nicht gefüttert werden.